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Das Strohgäu und die Anfänge der Wasserversorgung

Der Name Strohgäu kennzeichnet eine Landschaft im Nordwesten von Stuttgart. Es ist ein Gebiet, das von alters her durch die Landwirtschaft geprägt wurde. Der Lösslehm, der sich über dem Keuper- und Muschelkalkuntergrund abgelagert hat, bildet die fruchtbare Grundlage für den Ackerbau von Getreide, Zuckerrüben und Obst. Der Lehmboden lässt aber auch das Regenwasser schnell abfließen. Es wird gesammelt von der Glems, die das Strohgäu in einem tiefen Taleinschnitt durchzieht und vom Strudelbach, der sich am westlichen Rand des Strohgäus eingetieft hat. Dort wo die Lehmdecke weniger mächtig ist, versinkt das Wasser in den Spalten des Muschelkalks.

 

Wasser ist in Baden-Württemberg sehr ungleich verteilt. Es gibt einige Wasserüberschussgebiete wie das Donau- oder Rheintal, das Bodenseegebiet. Demgegenüber gibt es viele wasserarme Gebiete. So auch das Strohgäu. Hier war das Wasser immer knapp. Nur ein geringer Teil des Niederschlags von rund 700 mm im Jahr tritt in spärlichen Quellen aus, die einige laufende Brunnen in den Ortschaften speisen. Vor allem im östlichen Teil, wo der Keuper den Untergrund bildet, sammelte man das benötigte Wasser in Schachtbrunnen. Größere Wasservorkommen gibt es nur in den Tälern von Glems und Strudelbachtal.

 

Schon verhältnismäßig früh suchte man nach Lösungen, zu einer zentralen Wasserversorgung zu finden. So errichtete 1874 die Gemeinde Heimerdingen ein Wasserwerk im Studelbachtal bei der Haldenwaldmühle. Aus den Spalten des Muschelkalks austretendes Wasser wurde in einem Schachtbrunnen gefasst und mit einem Dampfpumpwerk zu einem Hochbehälter auf der Hohen Warte bei Heimerdingen gefördert.

 

Die Gemeinde Korntal machte in den Jahren 1894 bis 1905 eine Reihe von erfolglosen Bohrversuchen und sprach mit Nachbargemeinden über Wasserlieferungen – ebenfalls vergeblich. Außerdem verhandelte Korntal im Jahr 1905 noch mit Hemmingen und anderen Strohgäugemeinden wegen eines gemeinsamen Wasserbezugs aus dem Strudelbachtal und der Schaffung einer Gruppenwasserversorgung.