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Aus dem Plan entsteht das Werk

Das Bauamt unter Bauinspektor Groß arbeitete sofort die endgültigen Pläne und Unterlagen für die Vergaben und Ausführung der Bauten aus, so dass die Arbeiten noch im Juli 1907 beginnen konnten.

 

Das Gemeindepumpwerk Heimerdingen, das mit Dampfkraft lief, befand sich im Untergeschoss des heutigen Werkwohngebäudes. Ein gemauerter Schachtbrunnen von 3,00 m Durchmesser und 3,60 m Tiefe lieferte das Wasser, welches das Pumpwerk über eine Druckleitung DN 100 rund 125 m hoch zum Behälter Heimerdingen förderte. Der Behälter hatte einen Inhalt von 190 m³. Der Pumpenwärter der Gemeinde Heimerdingen musste täglich zu Fuß ins Strudelbachtal hinuntergehen, um seinen Dienst versehen zu können. Die Gruppe übernahm den vorhandenen Schachtbrunnen, brachte aber daneben einen zweiten Schachtbrunnen nieder, an den eine Sickerleitung angeschlossen ist. Der neue ebenfalls gemauerte Brunnen hat einen Durchmesser von 3,25 m und eine Tiefe von 4,63 m. Man hoffte, damit zusätzliche Wassermengen zu erschließen. Im Verlauf des Betriebes zeigte sich aber, dass dies nicht der Fall war. Der neue Brunnen ist deshalb heute außer Betrieb.

 

Neben dem bestehenden Hochbehälter entstand ein Scheitelbehälter von 640 m³ Inhalt, der als Ausgleichsspeicher für die ganze Gruppe dient. Der gesamte Speicherraum in der Gruppe hat im Jahr 1907 1870 m³ betragen.

 

Das alte Dampfpumpwerk von Heimerdingen kam außer Betrieb. In dem aufgestockten Pumpwerksgebäude erhielt der Pumpenwärter eine Wohnung. Daneben errichtete die Gruppe ein neues Maschinenhaus mit Kohleschuppen und Magazingebäuden. Zur Wasserförderung dienten jetzt zwei von Sauggasmotoren über Riemen angetriebene Kolbenpumpen mit je 15,3 l/s Förderleistung und 140 m Förderhöhe. Das Antriebsgas lieferten Generatoren, in denen Kohle verschwelt wurde. Eine neue Druckleitung vom Strudelbachtal zum Behälter Heimerdingen in DN 200 ersetzte die alte Heimerdinger Druckleitung DN 100.

 

Das Leitungsnetz der Gruppe, ausschließlich in gusseisernen Rohren mit Stemmmuffen ausgeführt, umfasste 25,8 km. Schon im Sommer 1908 konnte die Wasserlieferung an die Abnehmergemeinden aufgenommen werden.

 

Die Kosten für das Gruppenwasserwerk waren mit 890 000 Mark veranschlagt gewesen, die Abrechnung ergab zum Schluss einen Aufwand von 1.237.273 Mark.

 

Die Ergiebigkeit der Wasserfassung wurde damals auf eine Menge von 28 l/s geschätzt, das war für die 9010 Einwohner der angeschlossenen Gemeinden das Dreifache des Bedarfs.

 

Dem Zweckverband gehörten damals wie heute alle Versorgungsanlagen bis zum Übergabeschacht bzw. Behälter, in dem das Wasser in das jeweilige gemeindeeigene Netz eingespeist wird.

 

WWK